Regionales E-Bike-Leihsystem für das nordöstliche Weser-Ems-Gebiet vorgeschlagen

Regionales E-Bike-Leihsystem für das nordöstliche Weser-Ems-Gebiet vorgeschlagen

Sechs regionale Verbände haben den beteiligten Kommunen die Einrichtung eines gemeinsamen E-Bike-Leihsystems im nordöstlichen Weser-Ems-Gebiet vorgeschlagen. Die Kreis Initiative Rad (KIR) unterstützt den Vorstoß grundsätzlich und setzt sich für eine sorgfältige, bedarfsorientierte Prüfung ein.

Gemeinsame Initiative für die Region

Getragen wird die Initiative von ADFC Oldenburg, ADFC Wilhelmshaven, ADFC Ammerland, VCD Oldenburg, BUND Ammerland und KIR LK Oldenburg. Angesprochen sind die Landkreise Ammerland, Friesland und Oldenburg sowie die Städte Oldenburg und Wilhelmshaven.

Die Verbände schlagen vor, eine interkommunale Arbeitsgruppe einzurichten. Diese soll Zielnetz, Umfang, Finanzierung und Vergabeverfahren gemeinsam konkretisieren. Ein Beschluss über die Umsetzung ist damit noch nicht verbunden. Zunächst geht es darum, das Vorhaben fachlich und politisch zu prüfen.

Wie das System funktionieren könnte

Vorgesehen ist ein einheitliches System für die gesamte Region. E-Bikes sollen über eine gemeinsame App reserviert und ausgeliehen werden können. Einheitliche Tarife und ein gemeinsames Servicekonzept sollen die Nutzung über kommunale Grenzen hinweg ermöglichen.

Als Standorte kommen insbesondere Bahnhöfe, zentrale Omnibusbahnhöfe, Mobilitätsknoten und touristische Ziele infrage. E-Bikes mit Wechselakkus könnten den Betrieb vereinfachen, weil nicht jede Station eine feste Ladeinfrastruktur benötigt.

Die Projektunterlagen skizzieren für einen möglichen Einstieg etwa 280 bis 320 E-Bikes. Für den Landkreis Oldenburg werden beispielhaft 40 bis 50 Räder an zehn bis zwölf Stationen genannt. Diese Zahlen sind noch keine Planung oder Beschlusslage, sondern eine Diskussionsgrundlage für die beteiligten Kommunen.

Nutzen für Alltag, Bahnverkehr und Tourismus

E-Bikes können insbesondere im ländlichen Raum größere Entfernungen zwischen Gemeinden, Bahnhöfen, Arbeitsplätzen und Versorgungsangeboten überbrücken. Menschen, die kein eigenes E-Bike besitzen oder anschaffen möchten, erhielten bei einem gut zugänglichen Verleihsystem eine zusätzliche Mobilitätsoption.

Stationen an Bahnhöfen könnten außerdem die Kombination von Bahn und Fahrrad erleichtern. Reisende müssten ihr eigenes Rad nicht im Zug mitnehmen und könnten den Weg am Zielort mit einem Leihrad fortsetzen.

Auch für Freizeit und Tourismus bietet ein regional verknüpftes System Chancen. Denkbar sind beispielsweise Fahrten entlang der Hunte, nach Bad Zwischenahn, Dangast oder weiter in Richtung Küste. Entscheidend ist aus Sicht der KIR jedoch, dass ein mögliches Angebot nicht allein auf den Tourismus ausgerichtet wird, sondern ebenso für alltägliche Wege nutzbar ist.

Kosten und Finanzierung müssen geprüft werden

Als Vergleich dient in den Unterlagen unter anderem das Eifel-e-Bike-System im Kreis Euskirchen. Für die Weser-Ems-Region wird zunächst mit einem jährlichen Gesamtbudget in einer Größenordnung von rund 200.000 Euro gerechnet. Aufgrund der größeren Fläche, möglicher Skaleneffekte und noch ungeklärter Fördermöglichkeiten ist diese Zahl ausdrücklich als vorläufige Annahme zu verstehen.

Vor einer Entscheidung müssen der tatsächliche Bedarf, geeignete Stationen, Tarifmodelle, Betriebszeiten, Rückgabemöglichkeiten, Wartung, Akkutausch, Diebstahlschutz und die dauerhafte Finanzierung geklärt werden. Ebenso wichtig sind eine professionelle Betriebsorganisation und eine fortlaufende Auswertung der Nutzung.

Position der KIR

Die KIR begrüßt die regionale Zusammenarbeit und unterstützt die Einrichtung einer interkommunalen Arbeitsgruppe. Ein mögliches Pilotprojekt kann helfen, Nachfrage und Betriebsabläufe unter realen Bedingungen zu erproben.

Ein regional abgestimmtes E-Bike-Leihsystem kann ein sinnvoller Baustein der Mobilitätswende sein, wenn es zuverlässig, bezahlbar und alltagstauglich organisiert wird. Politik und Verwaltung sind nun aufgefordert, die vorgeschlagene Lösung gemeinsam und ergebnisoffen zu prüfen.

Weiterführende Unterlagen

Das gemeinsame Anschreiben der beteiligten Verbände und die Pressemitteilung zum Projekt sollen an dieser Stelle zur Einsicht bereitgestellt werden.

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